"Island"

(Professor Dr. Theo Simon )

 

 

 

Fichtenberg■Etwa 30 bis 35 Fichtenberger fanden sich ein, um sich über die Insel im Nordatlantik kundig zu machen. Die Kurzcharakteristik „Feuer und Eis“ trifft allerdings nicht alles Wissenswerte, da gibt es ja auch noch die Menschen, deren Kultur und die faszinierende Geologie

 

Zunächst zu den Menschen, die im 7. Jahrhundert auf die Insel kamen. Die Isländer wurden um 1000 christlich und standen bis ins 20. Jahrhundert unter zunächst norwegischer, dann dänischer Herrschaft. Die weite Entfernung Islands von diesen beiden Ländern erlaubten aber eine relativ große Eigenständigkeit. 1918 wurden die Isländer selbstständig. Seither spielen die nur 300 000 Einwohner Islands immer wieder eine ihre Selbstständigkeit herausstreichende Rolle im Weltgeschehen. So der immer noch praktizierte Walfang, die vollständige Unabhängigkeit von fremder Heizenergie und der Verzicht auf Militär.

 

An der weitesten Stelle misst die Insel bis 450 km im Durchmesser. Erschlossen ist fast nur ein mehrere Kilometer breiter Küstenstreifen. Im Innern zeigt die Insel noch ihr ursprüngliches Bild, das wirklich von Feuer und Eis bestimmt wird. Gletscher nehmen große Gebiete ein und reichen im Süden bis ans Meer, in das sie ihre Eisberge entlassen. Da unter den Gletschern auch Vulkane stecken, die teilweise noch tätig sind, können große Hochwässer beim Schmelzen des Eises entstehen. Diese können im Süden Straßen überfluten und zerstören. Auch eine Lahmlegung des nordatlantischen Flugverkehrs durch Vulkanstaub und -asche ist vor wenigen Jahren eingetreten.

Solfatarenfeld Hverir
Wasserfall Gullfoss

Der Vulkanismus geht auf die Lage der Insel zurück. Sie liegt auf dem sogenannten Mittelatlantischen Rücken, an dem der Westteil des Atlantiks, die amerikanische Erdplatte, nach Westen und der Ostteil, die europäische Platte, nach Osten triftet: Immerhin einige Zentimeter im Jahr. So brechen in Island Spalten bis tief ins Erdinnere auf und flüssiges Gestein, Asche oder Gase können austreten. So verheerend Vulkanausbrüche auch sein können, so viel Segen können sie auch bringen. Dafür sorgt die leicht verfügbare Erdwärme. Isländer brauchen deshalb kaum Heizungskosten und müssen gewiss nicht frieren.

An Naturerscheinungen sind die zahlreichen Wasserfälle zu nennen. In Urgewalt rauscht das Schmelz- und Niederschlagswasser über Basaltbarrieren. Gerade das vulkanische Gestein kann in Island in vielfältigster Form beobachtet werden. Als große und kleine Vulkankegel, als Quadratkilometer große Lavadecken, als Geysire, als Schlammvulkane, als rauchende und zischende Spalten und Löcher.

 

Bei aller Natur haben es die Isänder auch geschafft aus ihrer Hauptstadt Reykjavik eine von moderner Kunst durchsetzte Stadt zu machen: Galerien, Gebäude, herausragend die „Harpa“ (Harfe), ein multifunktionaler Bürgerbau und immer wieder Skulpturen. Auch wenn die Naturbegeisterung bei einem Urlaub in diesem Land nachlassen sollte, es gibt also noch Weiteres zu sehen.

 

Für unsere Verhältnisse allerdings ist das Leben auf Island etwas teuer, was aber nicht verwunderlich ist, da die meisten landwirtschaftlichen Produkte eingeführt werden müssen. Trotzdem aber: Island ist eine Reise wert.

 
Ausläufer des Gletschers Vatnajökull