"Die Jugendlichen sind die wahren Experten"

(Jugendreferent Dietmar Winter)

 

 

 

Fichtenberg■ Die Bürgerstiftung Fichtenberg hat eine neue Vortragsreihe begonnen. Zum Auftakt sprach Dietmar Winter am Donnerstag über Nutzen und Gefahren der Sozialen Netzwerke.

 
Helmut Stroh, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung, stellte dem generationengemischten Auditorium den Referenten als Experten zu diesem Thema vor. Winter wollte das „nur bedingt“ akzeptieren. Die Jugendlichen seien die wahren Experten, wenn es um das „Web 2.0“ gehe.

Dieser Kunstbegriff ist die zweite Version des Internets, das durch Partizipation, aktive Kommunikation und einfache Handhabung besteche. Während Jungendliche bestens über die Vernetzung der verschiedenen Internetplattformen Bescheid wüssten, fehlten Erwachsenen die Informationen über die Verflechtungen im Netz. Sie tun sich daher schwer, sich mit dem Medium auseinanderzusetzen, und wenn, dann mit großer Vorsicht.
Dietmar Winter & Helmut Stroh 
 
Jugendliche sehen es dagegen cool und sexy an, sich in Sozialen Netzwerkern, Weblogs oder Foto-und Videocommunities zu präsentieren. Sie verkennen dabei häufig die Gefahren, die sich aus der Preisgabe persönlicher Daten im Netz ergeben. „Was drin ist, ist drin“, formulierte Winter das aufwendige Problem solche Daten löschen zu können. Denn meist sind sie im Nirwana des Internets verschwunden, und können dennoch irgendwann – meist zur unpässlichen Zeit - wieder auftauchen.
 
Der Jugendreferent mahnte zur Vorsicht bei dem was man an Taschenbucheinträgen, Bild- und Videodateien auf die Netzwerkplattformen kwick, schülerVZ, facebook oder wer-kennt-wen hochlädt. In diesem Zusammenhang sprach er die besondere Problematik hinsichtlich des Jugend- und Datenschutzes an. Auch Persönlichkeits- und Urheberrechte finden wenig Beachtung, was zu empfindlichen finanziellen Belastungen führen kann.
 

Für die Erwachsenen hatte Dietmar Winter ein paar wichtige Tipps parat, wie sie ihre Kinder im Umgang mit den Netzwerken sensibilisieren können: „Zeigen Sie Interesse an Sozialen Netzwerken und lassen Sie sich deren Nutzung von den Kindern erklären!“ Persönliche Daten sollten so wenig wie möglich eingestellt und preisgegeben werden. Treffen von Internetbekanntschaften sollten die Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen machen.

 
Jeder ist Herr über seine persönlichen Daten, lautet ein Grundsatz im Datenschutz. Dementsprechend verantwortlich sollte damit umgegangen werden, wenn auch viele den Standpunkt vertreten: Ich habe nichts zu verbergen. Die Gefahren im weltweit verflochtenen Netz sind jedoch groß und sollten nicht leichtfertig betrachtet werden. Dieses Fazit konnten die jungen und erwachsenen Zuhörer aus dem Vortrag mit nach Hause nehmen.
 

Zu dem besonderen Thema „Spielhallen“, das Helmut Stroh eingangs angesprochen hatte, vermochte Winter wenig zu sagen. Es sei ein ansteigendes Problem und rechtlich kaum anzugreifen. Die Betreiber hielten sich streng an die gesetzlichen Vorgaben. Nach seiner Erkenntnis verlagere sich das Glückspiel verstärkt auch ins Internet, wo Altersbeschränkungen leicht zu umgehen wären, woraus sich neue Suchtgefahren ergeben würden.

 
Quelle: Rundschau Gaildorf .04.2011