Auch das Kapital soll wachsen

Stiftungsbeirat erfreut über Akzeptanz bei den Bürgern - Rundschreiben in Arbeit

Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Bürgerstiftung Fichtenberg ihre Arbeit begonnen. Die Stiftungsaktivitäten seien bei den Fichtenberger Bürgern sehr gut angekommen, resümmiert der Vorstand. Dennoch will man jetzt noch einmal kräftig die Werbetrommel rühren.

RICHARD FÄRBER

FICHTENBERG Den Titel ‚‚Bürgerstiftung’’ nimmt man in Fichtenberg ausgesprochen wörtlich. Die Fichtenberger sollen bestimmen können, für welche Zwecke der Stiftungsertrag verwendet wird.

Erste Erfolge

Denn der Ertrag, das verlangt das Stiftungsrecht, muss ausgeschüttet werden. Die Zinsen zur Finanzierung gemeindlicher Pflichtaufgaben oder zur Mehrung des Stiftungsvermögens zu verwenden, ist nicht gestattet; lediglich der Inflationausgleich dürfe damit bestritten werden, betont Gemeindekämmerer Peter Piehlmaier, der den Stiftungshaushalt ehrenamtlich verwaltet.

Dass sich die Fichtenberger bereits recht gut mit ‚‚ihrer’’ Stiftung identifizieren, hat sich im Juni gezeigt, als erstmals der Ertrag verteilt wurde. Der Stiftungsrat hatte aus den eingegangenen Vorschlägen die Bläserklasse der Grund- und Hauptschule sowie die Bogenabteilung des Sportschützenvereins ausgewählt.

Das Fest, das zur Preisverleihung veranstaltet wurde, verlief äußerst erfolgreich. Und: Die Stiftungsfinanzen blieben davon unberührt. Die aufgestellte Spendenkasse sei gut gefüllt gewesen, so der Stiftungsratsvorsitzende Roland Miola, so dass sich das Fest selbst finanziert habe. Die eingeschlagene Richtung scheint also goldrichtig zu sein. Der Stiftungsbeirat hat deshalb beschlossen, genau so weiter zu machen. Der Stiftungspreis wird wie im vergangenen Jahr ausgeschrieben. Vorschläge können bis 10. Februar eingereicht werden - die ersten seien übrigens bereits eingegangen, so der stellvertrende Vorsitzende Helmut Stroh. Vorgaben gibt es keine: Vorgeschlagen werden können Vereine ebenso wie Privatpersonen, Gruppen oder bürgerschaftlich engagierte Projekte.

Woran’s noch hapert, das ist das Stiftungsvermögen selbst. Bisher ist es nämlich kaum gewachsen. Die Stiftung wurde mit 50 000 Euro aus dem Erlös der EnBW-Aktien eingerichtet. Hinzu kommt eine Unterstiftung, die auf Zeit eingerichtet wurde. Die nach dem Pfarrer Johann Jakob Weissensee, der 1657 bis 1708 in Fichtenberg wirkte, benannte Stiftung ist zurzeit mit 9000 Euro bestückt, die privat gespendet wurden; bis zum nächsten Jahr muss ihr Vermögen auf 25 000 Euro angestiegen sein, sonst fließt das Geld in die Bürgerstiftung ein.

Um Unterstützung werben

Der Stiftungsbeirat möchte daher noch einmal auf die Möglichkeiten hinweisen, mit denen die Fichtenberger die Stiftung unterstützen können. Man kann - gegen Spendenquittung - spenden, die Stiftung beerben oder gar eine eigene ‚‚Zustiftung’’ gründen, deren Namen und Zweck man selbst festlegen kann. Allerdings sind dafür mindestens 25 000 Euro nötig.

Welche Möglichkeiten ihre Stiftung bietet, werden die Fichtenberger demnächst einem Rundschreiben (mit Überweisungsschein) entnehmen können. Außerdem wird sich die Stiftung bei der Feier zum 175-jährigen Bestehen des Rathauses sowie beim Fichtenberger Weihnachtsmarkt präsentieren

rs/rif.

Quelle: Rundschau Gaildorf 01.10.2004