Erster Stiftungspreis an Niels Hueck verliehen

Gelassene Atmosphäre und ein schwungvoll-heiteres Rahmenprogramm bestimmten das erste Stiftungsfest der Bürgerstiftung Fichtenberg. Mit dem ersten Stiftungspreis wurde Niels Hueck für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Projekte Bläserklasse des Musikvereins, der Grund- und Hauptschule und der Abteilung Bogenschießen des Sportschützenvereins wurden mit Förderpreisen gewürdigt.

Karl-Heinz Rückert

FICHTENBERG Erfreut über den großen Zuspruch, den die erste Preisverleihungsfeier durch zahlreiche Besucher erfuhr, zeigte sich Stiftungsratsvorsitzender Roland Miola.  Für ihn auch Gelegenheit um weitere Spenden zu werben.

Mit der Preisverleihung wolle die Bürgerstiftung bürgerschaftliches Engagement hervorheben, und gleichzeitig motivieren sich in ehrenamtlichen Aufgaben einzubringen, so Miola weiter. Beispielhaft hob er bei der Übergabe des Stiftungspreises an Niels Hueck dessen ehrenamtliches Wirken weit über die Gemeindegrenzen hinaus hervor. Auch Laudator Dr. Theo Simon würdigte das Lebenswerk des Preisträgers in seiner Betrachtung eines facettenreichen und mit überraschenden Akzenten versehenen Lebenswegs. Niels Hueck, der nach dem Kriegsdienst nicht etwa ein Hochschulstudium antrat, wie man von dem Sprössling einer Akademikerfamilie eigentlich erwartete, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister und bildete sich bis zum Agraringenieur weiter. 

Mit 45 Jahren gab Hueck seinem Leben erneut eine andere Richtung. Er ließ sich zum Pfarrer ausbilden und trat eine Pfarrstelle in Widdern an der Jagst an. Diese Stelle begleitete er bis zu seinem Ruhestand, der ihn schließlich in das neugebaute Haus nach Fichtenberg führte. Im Ruhestand habe Niels Hueck seine beiden Berufe zu einer Synthese verschmolzen, konstatierte Dr. Simon. Ehrenamtliche Vortragstätigkeit in der Stadt-Land Partnerschaft, Gründung und Mitarbeit in Agende-Arbeitskreisen, die sich mit Landwirtschaft, Energie und Umwelt befassen, waren nur einige Felder auf denen sich Hueck einbrachte. 

Unauslöschlich ist sein Namen auch mit der Partnerschaft zur polnischen Stadt Presowize und der Unterstützung des dortigen Heims für behinderte Kinder verbunden. Dieses Engagement des Preisträgers habe sich mit Blick auf die EU-Erweiterung als zukunftsweisend herausgestellt. Mit diesen zahlreichen Engagements habe Niels Hueck auch des Ansehen der Gemeinde nach außen gemehrt.

In seiner Dankerwiderung hob Stiftungspreisträger Hueck hervor, dass die Arbeit in Gruppen zu neuen Gemeinschaften und Freundschaften führen, die zu einem weiteren Engagement motivieren. Die Unterstützung und auch das Mitwirken seiner Ehefrau habe ihm bei seinen Unternehmungen immer sehr viel geholfen. Für die Zukunft schilderte Niels Hueck in traumhaften Visionen eine dauerhafte Aussöhnung mit Polen, den vermehrten Einsatz umweltschonender Energien und das Entstehen eines blühenden Gemeinwesens durch die Ortskernsanierung in Fichtenberg, verbunden mit der Stärkung des örtlichen Handels und Gewerbes.

Das von der Bürgerstiftung geförderte Projekt Bogenschießen stellten der Vorsitzende des Sportschützenvereins, Peter Welz und Übungsleiter Timo Tschampa vor. Mit Blick auf die Vereinsgeschichte erinnerte Welz an die immerwährenden Unternehmungen beim Ausbau der Schießanlagen, die auch jetzt wieder breiten Raum im Leben der Fichtenberger Sportschützen einnimmt. Nach Gründung einer Bogenabteilung im Jahr 2002 und deren Übungsbetrieb in den vorhandenen Anlagen, will der Verein die Trainingsmöglichkeiten im Freien ausbauen. Dafür soll auch der Betrag des Förderpreises von 400 Euro verwendet werden. Als Sportart für Jung und Alt präsentierte Übungsleiter Timo Tschampa das Bogenschießen. Mit dem Ausbau der Schießanlage verfolgen die Sportschützen das Ziel, Wettkämpfe im Bogenschießen in Fichtenberg austragen zu können. Dankbar nahmen beide Vereinsvertreter den Förderscheck des Stiftungsrates entgegen.

Mit einem Förderpreis über 600 Euro wurde das 1998 von Schule und Musikverein initiierte Projekt Bläserklasse ausgelobt. Martina Langbein, die mit ihrem Grundschulchor eng mit dem Projekt kooperiert, hielt dazu eine außergewöhnliche Laudatio. In einer kabarettreifen Ansprache fiel sie plötzlich aus der Hochsprache der Pädagogin in breiten schwäbischen Dialekt. Dabei verteilte sie wohlgemeinte ironische Seitenhiebe auf alle, die auch nur annähernd mit dem Projekt zu tun hatten. Angefangen von den beiden Projektbetreuern Marc Pöthig und Uwe Traub, bis zu Bürgermeister Miola, Rektor Helmut Stroh und den Vorstand des Musikvereins. Selbst die schreibende Zunft bekam dabei ihr Fett ab. Würdig lobte sie schließlich die "Handreichung zwischen Schule und Verein", sowie das Bemühen des Musikvereins die nachwachsenden Musiker aus der Bläserklasse durch Ausstattung mit Einheitskleidung auch optisch in das Orchester zu integrieren. Erfreut nahmen Uwe Traub und Vorsitzender Alexander Kircher nicht nur den Förderpreis entgegen, sie konnten ganz aktuell von den Früchten des Unternehmens berichten. Erstmals hatten Musikerinnen und Musiker aus der ersten Bläserklassengeneration den Musikverein am Sonntag beim Wertungsspiel des Kreisverbands Hohenlohe hervorragend unterstützt.

Die Ansprachen und Verleihungsakte wurden schwungvoll durch ein kurzweiliges musikalisches Programm des Grundschulchores und dem Bläserklassen-Septett aus einem Tenorhorn, drei Klarinetten und Trompeten dieses Schuljahrgangs begleitet. Als pfiffiges Loblied auf die große Pause kamen nicht nur Gesang und Musik der Kinder daher, auch als quirliges Häuflein präsentierten sich die Akteure auf der Bühne, gut einstudiert von Rose Hammerl. Pepp verlieh der schwingende Boogie-Woogie-Rhythmus, den Martina Langbein aus dem Piano zauberte, begleitet von Uwe Traubs virtuosem Saxophonspiel, das dezent von Marc Pöthig am Schlagzeug unterstützt wurde. Der lockere Auftritt fand auch beim Publikum großen Gefallen. 

Beim abschließenden Stehempfang ließen sich die Gäste beim Smalltalk die leckeren Snacks schmecken, die Klasse 8 mit erfrischenden Getränken servierte.

/kr.

Quelle: Rundschau Gaildorf