Weckruf für Spender

‚‚Tue Gutes und rede darüber’’ - Stiftungsfest in den Ferien

Die vor drei Jahren gegründete Bürgerstiftung Fichtenberg will mehr Werbung in eigener Sache betreiben. Drei bis vier Mal im Jahr will man künftig Veranstaltungen anbieten, um das Stiftungs-Bewusstsein wach zu halten.

RICHARD FÄRBER

FICHTENBERG Auf exakt 70 583,23 Euro belief sich das Kapital der Bürgerstiftung Fichtenberg am vergangenen Dienstag um 17 Uhr. Einige Minuten später waren es 118 Euro mehr: Der Verein der Gartenfreunde hatte zwei alte Lampen, die einst am alten ‚‚Seestüble’’ hingen, sowie eine Waage versteigert und den Erlös gespendet.

Die Fichtenberger Bürgerstiftung dürfte eine der kleinsten Stiftungen im Land überhaupt sein. Und die Spende der Gartenfreunde zeigt, dass sie im Bewusstsein der Fichtenberger ihren Platz gefunden hat. Zumal dies nicht die einzige Spende war: Auch vierstellige Summen, so Bürgermeister Roland Miola, gleichzeitig Vorsitzender des Stiftungsbeirates, seien eingegangen.

Auf der anderen Seite sind Spenden die einzigen Einnahmen, denn der Zinserlös muss entsprechend des Stiftungszweckes fließen. Wichtig und sinnvoll: das Geld darf nicht für kommunale Pflichtaufgaben verwendet werden. Die Bürgerstiftung fördert deshalb projektgebunden das soziale, kulturelle oder auch sportive Engagement innerhalb der Gemeinde und vergibt jährlich einen Stiftungspreis. Die Auswahl trifft der Beirat, die Vorschläge aber kommen von den Bürgerinnen und Bürgern - und die Vergabe wird ein Mal jährlich ordentlich gefeiert.

Das Stiftungsfest ist einer der Höhepunkte im gemeindlichen Leben. Es wird heuer im Rahmen des Ferienprogramms stattfinden, das übrigens vor 20 Jahren erstmals in Fichtenberg organisiert wurde - die Gemeinde war damit Vorreiter für den gesamten Landkreis.

Dass die Stiftung nur ein Mal im Jahr richtig an die Öffentlichkeit tritt, ist dem Beirat zu wenig. Helmut Stroh hat deshalb unter dem Titel ‚‚Tue Gutes und rede darüber’’ ein Konzept für eine Vortrags- und Veranstaltungsreihe ausgearbeitet. Drei bis vier Mal pro Jahr will man in den Musiksaal der Schule laden, um über aktuelle Themen zu informieren. Auch Diskussionen und Aktionen wie Spieleabende oder Buchvorstellungen hat Stroh notiert.

Kosten sollen dabei nicht entstehen - aber ein Gewinn. Diese Veranstaltungen, meint Stroh, bringen die Bürgerinnen und Bürger zusammen und halten den Sinn für bürgerschaftliches Engagement wach - Grundvoraussetzung auch für Spenden an die Stiftung. Merke: Je höher das Kapital der Stiftung, umso mehr kann sie bewirken.

rs/rif.

Quelle: Rundschau Gaildorf 30.03.2006